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Photovoltaik

 

Solarenergie   Das Zeitalter der fossilen Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas geht in diesem Jahrhundert unwiderruflich zuende. Alle Studien über die zukünftige Energieversorgung sagen eine Verknappung dieser Ressourcen spätestens in zwanzig Jahren voraus.
Nicht die Verknappung dieser Energieträger auch die Unmengen des Treibhausgases Kohlendioxid, welches bei deren Verbrennung in die Atmosphäre abgegeben wird, läßt alle Überlegungen über alternative Energien sinnvoll erscheinen.

Eine davon ist die "Photovoltaik" (PV), also die direkte Umwandlung von Licht in elektrische Energie. Dies ist eine besonders umweltfreundliche Art der Energieumwandlung, da Sonnenlicht als Energiequelle unbegrenzt zur Verfügung steht und im Betrieb der PV-Anlage weder Lärm- noch Schadstoffemissionen auftreten.

Das Wort Photovoltaik ist eine Zusammensetzung aus dem griechischen Wort für Licht und dem Namen des Physikers Alessandro Volta. Es bezeichnet die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mittels Solarzellen.

Schon 1839 entdeckte Alexander Bequerel den photovoltaischen Effekt. Er tauchte zwei metallische Platten in eine leitfähige Flüssigkeit und bemerkte, dass bei Sonnenbestrahlung die Spannung zwischen den Platten anstieg. Es dauerte dann allerdings noch über 100 Jahre, bis 1954 in den Bell Laboratorien (USA) die erste Siliziumsolarzelle hergestellt und damit das Tor zu dieser faszinierenden Technik endgültig aufgestoßen wurde. 1998 wurden bereits weltweit Solarzellen mit etwa 140 MW Leistung ausgeliefert.

Die Menge der Solarenergie reicht aus, um den Weltenergieverbrauch hundertfach zu decken. (Bisher leben jedoch ca. 2 Milliarden Menschen völlig ohne elektrische Energie.) Die zur Zeit wohl kostengünstigste Form ist die Nutzung über die Solarthermie, also die Brauchwasser- erwärmung für den Haushalt. Aber auch die Photovoltaik hat spätestens mit dem 100 000 - Dächerprogramm in Deutschland auf sich aufmerksam gemacht.

Wovon kann man nun ausgehen, wenn man die Sonnenenergie über die Photovoltaik nutzen will?

Nach einer internationalen Definition kommen auf der Erdoberfläche im Durchschnitt 1.000 W/m² Sonnenenergie in Form von Globalstrahlung an. Selbst an trüben Tagen produziert die Solarzelle noch Strom. (an einem trüben Wintertag sind es aber nur 20 W/m²)
Da die Sonne nicht immer mit gleicher Intensität in Abhängigkeit von der Tages- und Jahreszeit sowie vom Standort auf der Erde scheint, rechnet man z.B. für die Bundesrepublik mit einer durchschnittlichen Jahressonnenscheindauer von 1.250 h.
Theoretisch müßte man also mit einem einen Quadratmeter großen Solarmodul eine Jahresstrommenge von 1.250 kWh erzielen können. - Aber weit gefehlt.
Eine Faustregel sagt, daß man mit einem monokristallinem Solarmodul soviel Strom im Jahr "erzeugen" würde, wie der Zahlenwert seiner Leistung. D.h. mit einem 75 W - Modul erhält man 75 kWh im Jahr. Ein solches Modul ist ca. 0,6 m² groß.
Man kommt also bei einem Quadratmeter auf 125 kWh. Das sind demzufolge gerade einmal 10% der eingestrahlten Sonnenenergie. Die Hersteller von monokristallinen Solarmodulen gehen von einem Wirkungsgrad ihrer Module von 14-17 % aus.

Wie funktioniert eine Solarzelle?

Solarzellen bestehen aus verschiedenen Halbleitermaterialien. Halbleiter sind Stoffe, die unter Zufuhr von Licht oder Wärme elektrisch leitfähig werden, während sie bei tiefen Temperaturen isolierend wirken.
Über 95 % aller auf der Welt produzierten Solarzellen bestehen aus dem Halbleitermaterial Silizium (Si). Silizium bietet den Vorteil, daß es als zweithäufigstes Element der Erdrinde in ausreichenden Mengen vorhanden und die Verarbeitung des Materials umweltverträglich ist.
Zur Herstellung einer Solarzelle wird das Halbleitermaterial "dotiert". Damit ist das definierte Einbringen von chemischen Elementen gemeint, mit denen man entweder einen positiven Ladungsträgerüberschuß (p-leitende Halbleiterschicht) oder einen negativen Ladungsträgerüberschuß (n-leitende Halbleiterschicht) imHalbleitermaterial erzielen kann.
Werden zwei unterschiedlich dotierte Halbleiterschichten gebildet, entsteht an der Grenzschicht ein sogenannter p-n-Übergang.

Prinzipieller Aufbau einer kristallinen Solarzelle

An diesem Übergang baut sich ein inneres elektrisches Feld auf, das zu einer Ladungstrennung der bei Lichteinfall freigesetzten Ladungsträger führt. Über Metallkontakte kann eine elektrische Spannung abgegriffen werden. Wird der äußere Kreis geschlossen, das heißt ein elektrischer Verbraucher angeschlossen, fließt ein Gleichstrom.
Siliziumzellen sind etwa 10 cm ´ 10 cm groß (seit kurzem auch 15 cm ´ 15 cm). Eine durchsichtige Antireflexschicht dient zum Schutz der Zelle und zur Verminderung von Reflexionsverlusten an der Zelloberfläche.

Eigenschaften einer Solarzelle

Die an Solarzellen abgreifbare Spannung ist abhängig vom Halbleitermaterial. Bei Silizium beträgt sie etwa 0,5 V. Die Klemmenspannung ist nur schwach von der Lichteinstrahlung abhängig, während die Stromstärke bei höherer Beleuchtungsstärke ansteigt. Bei einer 100 cm² großen Siliziumzelle erreicht die maximale Stromstärke unter Bestrahlung von 1.000 W/m² etwa einen Wert von 2 A .


Strom-Spannungs-Kennlinie einer Si-Solarzelle

Die Leistung (Produkt aus Strom und Spannung) einer Solarzelle ist temperaturabhängig. Höhere Zelltemperaturen führen zu niedrigeren Leistungen und damit zu einem schlechteren Wirkungsgrad. Der Wirkungsgrad gibt an, wieviel der eingestrahlten Lichtmenge in nutzbare elektrische Energie umgewandelt wird.


Unterschiedliche Zelltypen

Je nach Kristallart unterscheidet man drei Zelltypen: monokristallin, polykristallin und amorph.
Zur Herstellung von monokristallinen Siliziumzellen benötigt man hochreines Halbleitermaterial. Aus einer Siliziumschmelze werden einkristalline Stäbe gezogen und anschließend in dünne Scheiben gesägt. Dieses Herstellungsverfahren garantiert relativ hohe Wirkungsgrade.
Kostengünstiger ist die Herstellung von polykristallinen Zellen. Dabei wird flüssiges Silizium in Blöcke gegossen, die anschließend in Scheiben gesägt werden. Bei der Erstarrung des Materials bilden sich unterschiedlich große Kristallstrukturen aus, an deren Grenzen Defekte auftreten. Diese Kristalldefekte haben einen geringeren Wirkungsgrad der Solarzelle zur Folge.
Wird auf Glas oder anderes Substratmaterial eine Siliziumschicht abgeschieden, spricht man von amorphen- oder Dünnschichtzellen. Die Schichtdicken betragen weniger als 1 µm (Dicke eines menschlichen Haares: 50-100 µm), so daß die Produktionskosten allein wegen der geringeren Materialkosten niedriger sind. Die Wirkungsgrade amorpher Zellen liegen allerdings noch weit unter denen der anderen beiden Zelltypen. Anwendung finden sie vor allem im Kleinleistungsbereich (Uhren, Taschenrechner) oder als Fassadenelemente.

Für Ihr Bauvorhaben erstellen wir Ihnen gern ein konkretes Angebot. Fachgerechte Bearbeitung und professionelle Beratung stellen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.

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